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Unser Japan-Erlebnis Teil 1 – Hokkaido

DIE REISE NACH JAPAN KANN BEGINNEN

Nach einer kurzweiligen Autofahrt von Salzburg bzw. Südtirol, treffen wir VIER Mädels uns in München am Flughafen, ja genau auch eine Freundin aus Südtirol, Sabrina, auch getrieben von der Suche nach Powder, begleitet uns nach Japan. Unsere Sitzplätze in allen 3 Flügen haben wir auf die letzten Reihen gelegt, in der Hoffnung, dass dort niemand sitzt und tatsächlich ist uns dieser Plan aufgegangen. So reisen wir mit sehr viel Platz und Komfort in den fernen Osten nach Japan (Achtung: Es kann jedoch sein, dass Mütter mit Kindern auch in den letzten Reihen Platz nehmen).

Lediglich beim Umstieg in Nagoya war Schluss mit Komfort, innerhalb kürzester Zeit mussten wir durch die japanische Grenzkontrolle, unser gesamtes Gepäck vom Gepäckband abholen, einen Stock höher bringen, erneut einchecken und auch noch uns samt Rucksack durch die Sicherheitskontrolle schleusen. Im Laufschritt ging es dann zum Gate, wo keine Menschenseele anstand, schnell bemerkten wir, dass der Anschlussflug um eine halbe Stunde verschoben wurde, da fast alle Passagiere noch irgendwo beim Gepäck einchecken hängen.

In Sapporo angekommen, holten wir gleich unser Mietauto und fuhren ca. 2,5 h nach Niseko, je näher wir kamen, desto höher wuchsen die Schneewände neben der Straße. Den Abend ließen wir im Mexican Mule Restaurant ausklingen und mit ein paar Gläsern Rotwein fielen wir glücklich und zufrieden ins Bett.

TAG 1 – NISEKO UNITED

Gleich neben unserer Unterkunft befindet sich das Resort Niseko United, für uns das perfekte Gebiet um unseren ersten Tag in Japan zu verbringen. In der Lodge holen wir uns Tipps über die besten „Gates“ (in Japan darf man nämlich nur in gewissen Bereichen abseits fahren, diese betritt man durch sogenannte Gates, bei Nichtbeachtung ist schnell mal der Liftpass weg). Wir probieren mehrere Abfahrten aus und sind begeistert von diesem super trockenen fluffigen Schnee, leider mussten wir aber auch feststellen, dass wir nicht die einzigen sind, die hier abseits unterwegs sind.

Tag 2 – KIRORO

Da wir ja mobil sind und auf der „falschen“ Seite zu fahren, mittlerweile überhaupt kein Problem mehr darstellt, fahren wir am Montag nach Kiroro (ca. 1 – 1.5 h Fahrt von Niseko Village). Freeriden in Kiroro ist etwas bürokratischer, beim Kauf der Skipässe müssen Name und Geburtsdatum angegeben werden und ein Foto wird gemacht. Dann geht es zur Anmeldung beim Kiroro Mountain Club, hier muss man angeben in welchem Gebiet man sich aufhält und welche Abfahrten man geplant hat, nach erfolgreicher Anmeldung bekommt man einen zweiten Pass, welchen man bei den Gates vorzeigen muss.

Ganz wichtig ist auch, dass man um 15.30 wieder aus dem „Backcountry“ zurück ist und seinen Pass abgibt. Wir probieren die verschiedensten Varianten in Kiroro aus und stellen fest, dass die Abfahrten relativ kurz sind, der Schnee aber dafür umso besser. Wir haben einen Tag erwischt, wo nicht so viele Leute unterwegs waren und konnten viele unverspurte Hänge finden. Super guten Kaffee bekommt ihr im Mountain Cafe gleich beim Eingang (eignet sich auch sehr gut zum Aufwärmen 😉

Tag 3 – NISEKO MOIWA

Die ersten Tage haben wir uns vorgenommen, alle Skigebiete in der Nähe zu erkunden, um für die letzten Tage, das beste herauszufiltern. Daher verbringen wir Tag 3 im nur 10 min entfernten Skigebiet Niseko Moiwa und sind von Anfang an komplett begeistert. Die Abfahrten sind länger als am Tag zuvor und es gibt endlos Möglichkeiten. Wir haben es sogar geschafft, eine der ersten am Lift zu sein, dies wurde natürlich mit Faceshots belohnt.

Niseko Moiwa ist ein sehr kleines Gebiet, es gibt dort nur Sessellifte (2 mal 2er und 1 mal 4er), sprich bei den eisigen Temperaturen von -10 bis -18 Grad kann einem schon mal kalt werden. Wir nützen ausschließlich den 4er Sessellift (unter anderem weil der eine Haube hat) und erkunden das Terrain links und rechts der Trasse, auch die Abfahrten nach Gate 6 sind sehr zu empfehlen, vor allem in der Früh. Den Nachmittag lassen wir in der Lodge Moiwa 834 am Kamin ausklingen und beobachten das nicht-aufhörende Schneetreiben draußen.

Tag 4 – RUSUTSU

Über Nacht hat es über einen halben Meter Neuschnee gemacht, bevor wir aber nach Rusutsu starten konnten (ca. 40 min Fahrt), hatten wir erst einmal intensives Aufwärmprogramm – Auto frei schaufeln. Rusutsu gehört eher zu den größeren Skigebieten in der Gegend und wir schauen uns die Lifte auf der Mt. Isola Seite an. Das Gebiet ist lässig und auch etwas steiler als Kiroro und Niseko, wir finden sofort die klassischen Waldabfahrten und einige „Pillows“. Auch konnten wir endlich nach 3 Tagen im Schneechaos die Umgebung sehen, da sich die Sonne des öfteren Blicken ließ.

Tag 5 – NISEKO MOIWA 2.0

Das Wetter blieb uns treu und auch der heutige Tag verwöhnte uns mit vielen Sonnenstrahlen. Da uns das kleine Skigebiet Niseko Moiwa so gut gefallen hat und dort kaum Leute unterwegs sind, nutzten wir das gute Wetter für herrliche Powderruns. Nach 5 Tagen Ski fahren waren unsere Beine schon etwas müde und auch die Kälte von -10 bis -15 Grad setzte uns zu, also beendeten wir den Tag etwas früher und fuhren zum Goshiki Onsen in die Berge, auf der Passstraße hat man auch eine herrliche Aussicht auf den Vulkan Mt. Yotei. Der Onsen ist sehr traditionell und hat einen Außenbereich. Männer und Frauen sind in diesem Onsen getrennt und man darf keinen Bikini tragen. Vermeidet den Fehler (den wir gemacht haben), dass ihr vor lauter Vorfreude gleich ins Außenonsen „springt“, dieser ist der heißeste.

Es ist passiert, wir haben einen Tag erwischt an dem kein Niederschlag war. Nachdem wir aber auch fleißig unsere Tourenski nach Japan geschleppt haben, packen wir diese nun endlich aus. Bei unsere Fahrt zum Onsen konnten wir bereits ein paar nette Berge begutachten und entschieden uns bald in der Früh eine Skitour Richtung Mt. Chisenupuri zu unternehmen, dieser ist von der Passstraße Richtung Goshiki Onsen gut zu sehen und wir starten auf der Kreuzung, wo es runter nach Iwanai geht, welche im Winter nicht geräumt ist und man somit auf Augenhöhe der Verkehrsschilder ist.

Wir folgen der Straßen mit kleinen Abkürzungen durch den Wald und halten uns dann links Richtung Gipfel. Am Gipfel angekommen, fehlt uns allen die Sprache, da wir eine so herrliche Weitsicht runter auf das Japanische Meer hat und wir damit nicht gerechnet haben. Die Abfahrt zur ungeräumte Straße war ein Genuss und unverspurt und wir fellen gleich nochmal rauf um den gegenüberliegenden Mt. Nitonupuri zu besteigen, auch hier werden wir mit super Weitsicht und genialer Abfahrt belohnt.

Am Nachmittag erkunden wir die Gegend rund um unsere Lodge und entdecken ein super süßes „Container“ Kaffee hier müsst ihr unbedingt mal vorbei schauen, ist gleich neben der Snow Dog Village Lodge. Den Abend lassen wir in Hirafu ausklingen.

Weiter geht unsere Reise nach Hakuba und Tokio … 

HARD FACTS & NÜTZLICHE INFOS

Mietauto: Car rental Hokkaido (gebucht über ToCoo)
Unterkunft: Freeride Lodge in Niseko Village (Tipp für euch: die meisten Restaurants/Bars usw. befinden sich allerdings in Hirafu)
Währung: Japanischer Yen (JPY)
Zeitzone: UTC +9h

Restaurants und Bars

  • Fujizushi & Otsukisama (beides sehr gute traditionelle japanische Restaurants in Hirafu)
  • Green Farm Cafe (dort findet ihr super Kaffee und Burger, auch Lunch Snacks in Hirafu)
  • Mountain Bar (befindet sich direkt im Kiroro Ski Resort, der perfekte Ort zum Aufwärmen)
  • Container Bar (wir wissen den Namen leider nicht, gleich neben der Snow Dog Village Lodge)
  • Buddha Bar (kleine, unscheinbare Bar, mit vielen Fallen bei denen man Tequillla oä. trinken muss)
  • The Lodge Moiwa 834 (sehr gemütlich für Kaffe oder Bier nach dem Ski fahren)

Nützliche Infos

Sprachtipps findet ihr in unserem Blogbeitrag zur Reisevorbereitung

Japaner sind sehr höfliche Menschen, bei Begrüßung, Verabschiedung und generell eigentlich immer verbeugen sie sich. Einige Knigge Tipps haben wir uns aus diesem Artikel geholt.

Die erste Autofahrt in Japan auf der „falschen“ Seite war gewöhnungsbedürftig, aber man hat das schnell drinnen. Uns bereiten nur der Scheibenwischer und Blinker nach wie vor Probleme, da diese auch umgekehrt sind. Zu großer Verwirrung haben auch die Geschwindigkeitsbegrenzungen geführt. Auf den Landstraßen nach Hokkaido findet man meistens 40 oder 50 km/h Begrenzungen. Schnell merkt man aber, dass dies einfach zu langsam ist und nur wenige sich auch dran halten.

Super Skitouren Beschreibungen findet ihr auf dieser Seite

Auf Hokkaido sind sehr viele Australier und auch Lodges, Bars usw. werden von Australiern betrieben. Hier kommt man mit Englisch super durch. Hat man mit Japanern zu tun, merkt man schnell, dass die Kommunikation mit Händen und Füßen am besten funktioniert. Oder auch Aufzeichnen kann helfen 😉

 

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