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Ein wilder Ritt durch Kirgistan

Und schon wieder stehen wir drei am Flughafen – mit Ski voll bepackt und einem Ticket Richtung Kirgistan. Diesmal ist jedoch etwas anders: Wir haben keine Ahnung was auf uns zukommt und zum ersten Mal ist ein Mann mit dabei!

Tag 1: Auf dem Rücken der Pferde

Wir landen früh morgens in Bischkek und da begrüßt uns schon Samat – unser deutschsprachiger Localhero.
Mittlerweile sind wir es schon gewohnt: Auch hier in Kirgistan kommen die Ski aufs Autodach! Und so beginnt schon unsere 4 stündige Autofahrt von Osh nach Arslanbob mit kurzer Unterbrechung, denn die Ski fliegen vom Dach – been there, done that! Angekommen im Gästehaus, bei einer super netten einheimischen Familie, checken wir unser Equipment (ja, noch alles da) und dann geht es gleich weiter für uns. Da unsere Beine doch den langen Flug spüren, sind wir auf Pferdestärke angewiesen. Und so reiten wir den Berg hinauf, etwas ganz Neues für uns.

Nach zirka einer Stunde gibt es Mittagessen und anschließend beschließen wir noch mit den Tourenski weiter bis zum Gipfel zu gehen – ganz faul wollen wir auch nicht sein 😉 Am Weg hinauf sehen wir Kinder, die die Ski den Hügel rauf tragen und die Ski anschnallen und runterfahren. Dabei haben sie den größten Grinser im Gesicht. Es hat uns wahnsinnig gefreut, zu sehen wie groß die Liebe zum Skisport hier in Kirgistan ist.

Tag 2: Die Bergwelt Arslanbobs

Heute reicht uns keine Pferdestärke – heute müssen die Ladas her! Die Ski werden wieder auf das Dach gebunden und dann beginnt der wilde Ritt zu unserem Ausgangspunkt. Kaum zu glauben wo diese kleinen Ladas überall raufkommen 🙂

Gemeinsam mit unserem Guide Dallar erkunden wir heute eine der schönsten Orte Arslanbobs. Das Wetter ist traumhaft, der Schnee, wegen der hohen Temperaturen, schwer. Nach zwei Aufstiegen bzw. Abfahrten wird uns mitten in den Bergen ein fabelhaftes Mittagessen serviert inklusive netten Gesprächen. Bei der Abfahrt zurück ins Tal sehen wir Pferde in einem Feld. Unser Guide erklärt uns: Das ist Ulak, der Nationalsport in Kirgistan, hier kämpfen zwei Mannschaften auf Pferd um einen kopflosen Ziegenkadaver.
Klingt skurril und natürlich müssen wir uns das Ansehen! Tatsächlich: sieht aus wie Polo, nur wird sich ein totes Tier zugeworfen. Und wir sehen sogar unsere Pferde von gestern. Ulak hat in Kirgistan einen Stellenwert wie Fußball oder Cricket in anderen Teilen der Welt.

Tag 3 und 4: Bitte reißt die Wolkendecke bald auf

Beide Tage geht es für uns bei Schneeregen zum Brownhill. Der Wettergott meint es nicht sehr gut mit uns, aber zumindest gibt es ein wenig frischen, aber schweren, Pulverschnee für uns. Unser Guide Bazil ist superlustig, alle 30 Minuten gibt es eine Rauchpause in denen er uns die tollsten Geschichten erzählt. Mittags sind wir beide Male bei Einheimischen zum Essen eingeladen, alles was das Herz begehrt wird uns aufgetischt. Wir erfahren viel über die Kultur des Landes und über die Entstehung des Skisports hier in Arslanbob. Wir sind überwältigt von der Gastfreundschaft und wir wollen auch mal danke sagen. Deshalb organisieren wir eine kleine Verabschiedungsfeier für unsere Guides, Fahrer, Gastfamilie und Pferdehalter. Zuerst bereiten wir ein traditionelles Plov zu, Rezept bekommt ihr natürlich zum nachkochen und dann tanzen wir zur traditionellen Musik bis in die Nacht hinein. Danke an Arslanbob für ein unvergessliches Erlebnis!

Tag 5: Vom traditionellen Gästehaus in eine moderne Yurte

Ein langer Reisetag steht uns bevor. Von Arslanbob geht es nach Suusamyr. Man munkelt frischer Pulverschnee ist nur 8 Stunden Autofahrt von uns entfernt 🙂

Tag 6-8: Mehr Pferdestärken bringen uns hoch

Die nächsten Tage verbringen wir in Suusamyr, in modernen Yurten in der Suuslodge. Obwohl wir auf Abenteuerreise sind, müssen wir zugeben, wir genießen die Bodenheizung schon sehr 🙂
Jeden Tag frühstücken wir ausgiebig und dann wartet eine schnurrende Katze bereits auf uns. Catskiing steht am Programm.
Wir erwischen super Tage: frischer Schnee, wolkenloser Himmel, der einzige Haken: Die Bedingungen sind tricky. Deshalb entscheiden wir uns für relativ flaches Gelände um nichts zu riskieren.

Tag 9-10: Big city life

Den letzten Tag verbringen wir in der Hauptstadt Bishkek. Wir wollen auf den berühmten Bazar, doch dort angekommen wird uns gesagt, einmal im Monat hat der geschlossen, et voilà diesen Tag haben wir erwischt 🙂 Aber trotzdem bummeln wir durch die Straßen, um die letzten Eindrücke von Kirgistan aufzusaugen.

Oh ja, wir haben ja erzählt wir hatten diesmal erstmals einen Mann mit auf unserem Girlstrip. Ihr fragt euch warum? Michael hat diese tollen Fotos von unserer Reise gemacht – und bald wird es einen Kurzfilm über unsere Reise geben 😉 Stay tuned!!

HARD FACTS:

Reiseroute: Flug nach Osh, Transfer nach Arslanbob und Suusamyr, Rückflug von Bishkek
Unterkunft: Gästehaus in Arslanbob von CBT und Suuslodge in Suusamyr
Catskiing: direkt von Suuslodge
Währung: SOM (unbedingt Bargeld mitnehmen, manchmal funktionieren Bankomaten nicht)
Zeitzone: GMT+6
Kontakte vor Ort: Hayat Tarikov in Arslanbob und Suuslodge in Suusamyr
Guide vor Ort: Samat (www.samat-kyrgyzstan-guide.com)
Sonstiges: kein Visum als Österreicher/Italiener notwendig, ABS Airbag bei Airline anmelden, Skigepäck kann bei Aeroflot gratis mitgenommen werden
Gutes tun: Ihr plant eine Ski-Reise nach Kirgistan? Dann nehmt alte Ski-Kleidung, Ski, Bindungen, Hauben, Brillen etc. mit – die Menschen dort freuen sich wahnsinnig!

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