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GEORGIEN: Pulverschnee & Chacha

Es war Ende Dezember und in unserer näheren Umgebung war Wandern anstatt Skifahren angesagt, da Frau Holle nach wie vor auf sich warten ließ. Wir mussten unseren schmerzenden Ski-herzen also einen Lichtblick am Ende des Tunnels liefern.
Japan – schon ausgebucht, Island – waren wir schon, vielleicht mal was ganz anderes, wo kaum jemand hinfährt … Georgien. Warum eigentlich nicht? Dank Mr. Google hatten wir schnell herausgefunden welche die beste Jahreszeit ist und Gudauri, sowie Mestia „the places to be“ sind.


Ein Monat vor Abreise hatten wir dann auch endlich unseren Flug, sowie die Hotels in Mestia und Gudauri gebucht, also alles startklar für ein neues Abenteuer.
Wir sind von München über Kiew nach Tiflis geflogen. In Tiflis hatten wir einen Transfer gebucht, welcher uns noch in der Nacht nach Gudauri brachte. Wenn ihr euch wundert, warum euer Fahrer um 04.00 in der Früh stehen bleibt und bei einem Haus fünf-zehnmal laut hupt, dann habt ihr „Sparta“ unseren Fahrer erwischt und er will euch Honig verkaufen. Es gilt generell zu beachten, dass das Fahrverhalten in Georgien etwas anders ist als wir Europäer es gewohnt sind und Nahtoderfahrungen zum Alltag unseres Aufenthaltes gehörten.

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In Gudauri angekommen war die Freude über den Schnee groß, jedoch die Müdigkeit größer. Am nächsten Tag trafen wir uns mit Oleg Gritskevich, unserem Guide für den ersten Tag. Oleg kennt das Resort wie seine Westentasche und zeigte uns die Abfahrt ins Khado Tal. Somit konnten wir uns am ersten Tag gut akklimatisieren und einmal das Resort kennen lernen. Am Abend gab er uns auch noch viele Tipps für unsere nächsten Tage in Gudauri und glücklich und zufrieden beendeten wir unseren ersten Tag „a little further east“.

Am zweiten Tag wollten wir auch endlich mal unsere Felle auspacken, wir fuhren mit dem Sessellift soweit wie möglich hinauf um danach noch ca. 400 m im Kessel von Mt. Sadzele aufzusteigen und Richtung Militärstraße, welche Russland und Georgien verbindet, abzufahren. Unten angekommen, heißt es erst mal warten, denn hier ist es üblich für die ca. 30-minütige Fahrt, Autostoppen.

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Ein besonderes Highlight waren unsere Skitouren am dritten und vierten Tag. Auf Empfehlung von Oleg besuchten wir die Mönche im Lomisi Monastery. Ein kleines Kloster am Berg, zur Grenze nach Südostsetien. Wir wurden von den Mönchen sehr nett bewirtet und hatten eine sensationelle Powder Abfahrt. Ihr müsst unbedingt auch noch in die Kirche bei den Mönchen gehen und mit der schweren Kette dreimal um die Säule gehen, damit ihr euch dann etwas wünschen könnt. Auch die Skitour zum Deda Ena ist stark weiterzuempfehlen, landschaftlich einfach sensationell und die Abfahrt ein purer Genuss. Auch hier am besten wieder per Autostoppen retour nach Gudauri.

Nach der Hälfte unseres Aufenthaltes machten wir uns erneut per Transfer auf den Weg nach Mestia. Die Kombi Schneefahrbahn auf Passstraße und kein Allrad = Sehr lange mühsame Autofahrt. Also unbedingt bei allen Transfers einen Allrad anfordern.

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In Mestia angekommen trafen wir uns am Abend mit Ryan und TomTom, welche wir in Gudauri kennenlernen und Lasha Pirtskheliani, unserem Guide – mit dem wir gleich die geplante Skitour für den nächsten Tag besprachen.
Zeitig in der Früh ging es dann zu den Koruldi Seen, direkt unter Mt. Ushba. Die Berge in Mestia erinnern uns ein wenig an die Alpen und die Aussicht ist grandios. Lasha kennt sich super in dieser Gegend aus und auch hier konnten wir wieder feinsten Pulverschnee finden.

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Leider rückte dann der letzte Tag schneller heran als wir eigentlich wollten, somit wollten wir etwas ganz besonderes als Abschluss Tour, mussten hierbei aber berücksichtigen, dass Sharon noch etwas grippisch war und andere 1-2 Tschatscha zuviel erwischt hatten. Daher fuhren wir rauf nach Tetnuldi und hier mit dem Sessellift weiter. Nach 600 hm Aufstieg mit den Skiern genossen wir die Abfahrt in das kleine, traditionelle Dorf Adishi.

Leider ging somit unser Abenteuerurlaub in Georgien zu Ende und unser Transfer brachte uns über Nacht zurück nach Tiflis. Leider konnten wir kaum schlafen, da unsere Fahrer diverse 360° Drehungen auf der rutschigen Bergstraße machten. Aber wir haben die Fahrt gottseidank überlebt und waren froh, heil im Hotel angekommen zu sein. 🙂

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Am letzten Tag schauten wir uns noch Georgiens Hauptstadt Tiflis an, und gönnten uns nach den aktiven Tagen ein entspannendes Schwefelbad mit anschließendem Körper abschrubben durch das Personal. Unbedingt ausprobieren > ein absolutes Highlight. Es sei nur so viel gesagt: ein normales Körperpeeling ist nichts dagegen.

Alles in allem war es für uns drei Mädels ein sensationeller Urlaub, mit wunderbaren Touren, vielen Abenteuern und sehr netten und gastfreundlichen Menschen.

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Hier findet ihr noch ein paar Tipps, hard facts und ein Video unserer Reise:

Auf die Frage, ob es in einem Restaurant auch anderen Wein gibt, bekommt man meist ein herzhaftes Lachen und die Aussage: Es gibt keinen anderen Wein, außer georgischen.

Wilde Überholmanöver sind ganz normal und man muss dem Fahrer einfach komplett vertrauen und wenn es ganz schlimm wird einfach die Augen schließen.

„Madloba” (მადლობა), heißt Danke auf Georgisch, die Leute werden euch sehr verwirrt anschauen, das Wort stimmt aber, die Leute sind es nur nicht gewohnt es von Touristen zu hören.

Und ihr müsst unbedingt Khachapuri (Weißbrot gefüllt mit Frischkäse) probieren.

HARD FACTS

Beste Reisezeit: Jänner bis März
Freeride-Spots: Gudauri und Mestia
Hotels: Hotel Svaneti (Mestia); Gudauri Palace Apart Hotel (Gudauri)
Flüge: MUC/VIE direkt, oder über KBP oder IST nach TBS
Währung: Georgische Lari (GEL)
Zeitzone: UTC +4h
Guides: Lasha Pirtskheliani und Oleg Gritskevich
Transfers: Tiflis – Gudauri (2 h); Gudauri – Mestia (10 h); Mestia – Tiflis (8 h)

Nützliche Links

Führer für Freeride Routen und Skitouren
Geführte Freeride Touren
Unterkünfte

Hoffentlich habt ihr jetzt Lust auf ein Skiabenteuer der etwas anderen Art bekommen! Wir freuen uns auf eure Fotos und Geschichten.

Habt ihr noch Lust auf mehr Reiseberichte? Alles über unsere Reise nach Island gibt es hier nachzulesen!

 

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